Erwerbsunfähigkeitsversicherung

Erwerbsunfähigkeitsversicherung
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Das Wichtigste zusammengefasst

  • Erwerbsminderungsrente muss privat ergänzt werden, um im Falle einer Erwerbsunfähigkeit nicht drastischen finanziellen Einschnitten ausgesetzt zu sein
  • Berufsunfähigkeitsversicherung (BU) bietet den besten Schutz, ist jedoch teuer und nicht für Jedermann möglich
  • Alternative: Erwerbsunfähigkeitsversicherung EU) – ist weniger umfangreich als die Berufsunfähigkeitsversicherung, dafür jedoch günstiger und auch von Personen abschließbar, die keine BU erhalten

Betroffene, welche einer körperlichen Tätigkeit nachgehen, wie es zum Beispiel bei Handwerkern der Fall ist, können die Erwerbsunfähigkeitsversicherung als Basisschutz verwenden. Das ist auch dann ratsam, wenn Menschen gesundheitlich vorbelastet sind. Leider ist es jedoch immer wieder der Fall, dass Personen, die bei einer Berufsunfähigkeitsversicherung aufgrund von verschiedenen psychotherapeutischen Behandlungen abgelehnt wurden, auch für die Erwerbsunfähigkeitsversicherung nicht in Frage kommen. In einem solchen Fall ist es wichtig, sich nach einer Alternative umzusehen, sodass man sich trotzdem finanziell absichern kann.

Die Berufsunfähigkeitsversicherung (BU) ist von allen Formen der privaten Absicherung die Sicherste, was sich jedoch ebenfalls in den zu zahlenden Beiträgen wiederspiegelt. Das führt unweigerlich dazu, dass sich nicht alle Personen eine solche Versicherung leisten können. Hier bleibt die Alternative: private Erwerbsunfähigkeitsversicherung. Eine gesetzliche Teil-Erwerbsminderungsrente wird nur dann gezahlt, wenn Sie ab 1961 geboren und in keinem Beruf mehr als 6 Stunden täglich arbeiten können. In voller Höhe wird nur dann gezahlt, wenn Sie in keiner Tätigkeit noch bis zu 3 Stunden am Tag arbeiten können. Die Erwerbsunfähigkeitsversicherung zahlt, wenn betroffene Personen nicht mehr berufsfähig sind, also zu 100 Prozent als invalide eingestuft werden. Berufliche Qualifikation, Erfahrung oder die Arbeitsmarktlage sind dabei somit komplett ohne Bedeutung. Im Vergleich: Die Berufsunfähigkeitsversicherung zahlst schon ab einer 50%igen Berufsunfähigkeit.

  • Die Erwerbsunfähigkeitsversicherung zahlt dann, wenn der Versicherungsnehmer in keinem Beruf mehr arbeiten kann.
  • Die Leistungen der gesetzlichen Erwerbsminderungsrente sind nicht ausreichend für den normalen Lebensstandard, den Sie gewohnt sind, sondern dient als finanzielle Stütze.
  • Den weitreichendsten Schutz bietet eine Berufsunfähigkeitsversicherung (BU).

Für wen ist eine Erwerbsunfähigkeitsversicherung relevant?

Wer noch gar keine Arbeit bzw. berufliche Tätigkeit ausgeübt hat, wie zum Beispiel Studenten und Auszubildende, kann keine Berufsunfähigkeitsversicherung abschließen. Das betrifft auch Hausfrauen. Hier macht es Sinn, eine allgemeine Erwerbsunfähigkeitsversicherung (EU) abzuschließen und sie dann nach der Berufswahl in eine Berufsunfähigkeitsversicherung (BU) umzuwandeln. Selbständige haben die Möglichkeit, eine Erwerbsunfähigkeitsversicherung zu wählen, weil eine Berufsunfähigkeitsversicherung erst zahlen würde, wenn kein Mitarbeiter die Tätigkeit übernehmen kann. Immer mehr Menschen wollen sich mittlerweile für den schlimmsten Fall absichern und greifen aus diesem Grund auf eine Erwerbsunfähigkeitsversicherung zurück, um in einer solchen Situation finanziell abgesichert zu sein. Leider hat jedoch nicht jeder Arbeitnehmer diese Möglichkeit. Denn Arbeitsgruppen, wie zum Beispiel Musiker, Dachdecker und Fotografen gelten als Risikogruppen. Für die betroffenen Personen ist die Erwerbsunfähigkeitsversicherung vielmehr als Invaliditätsvorsorge geeignet und ersetzt somit die Unfallversicherung, welche nur dann zahlt, wenn ein Unfall vorliegt.

Wenn bei der Gesundheitsprüfung Vorerkrankungen festgestellt werden, kann es sein, dass die Erwerbsunfähigkeitsversicherung diese per Leistungsausschluss im Vertrag ausschließen. Der Tarif wird damit zwar sinken, sollten Sie aufgrund genau dieser Krankheit jedoch berufsunfähig werden, zahlt die Versicherung nicht.

Leistungen der Erwerbsunfähigkeitsversicherung im Überblick

Im Leistungsfall wird die vereinbarte Rente für die Dauer der Erwerbsunfähigkeit, längstens bis zum vereinbarten Ablauftermin gezahlt. Dabei deckt diese auch das Risiko der Pflegebedürftigkeit ab. Zusätzlich ist oft eine Todesfallabsicherung optional im Tarif enthalten und kostet nicht extra.

  • Umwandlungsoption
  • Nachversicherungsgarantien
  • Finanzielle Hilfen

Besonders für Schüler, Auszubildende oder Studenten ist eine Erwerbsunfähigkeitsversicherung ideal geeignet. Sie können diese günstige Basisversicherung bis zur Vollendung des 25. Lebensjahres in eine vollwertige Berufsunfähigkeitsversicherung umwandeln. Und das, ohne dass eine erneute Gesundheitsprüfung erfolgen muss. Das Leben bereitet mitunter völlig unerwartete Wendungen. In diesen Fall gibt es vielfältige Nachversicherungsgarantien, so dass Sie Ihre Risikovorsorge an die veränderte Lebenslage anpassen können. Sollte die Erwerbsunfähigkeit durch einen Unfall eintreten, erhalten Sie eine Sofortzahlung in Höhe von drei Monatsrenten. Weiterhin erhalten Sie Hilfen bei der Rehabilitation und Wiedereingliederung in das Berufsleben.

Zubuchbare Leistungsoptionen:

Eine Option ist eine zusätzliche Unfallversicherung oder verschiedene Lebensversicherungen. So gibt es die Möglichkeit, die Lebensversicherungen an die Erwerbsunfähigkeitsversicherung zu koppeln.

Das sollte man vor Abschluss der Versicherung wissen

Die privaten Erwerbsunfähigkeitsversicherung (EU) ist mit der bekannten Berufsunfähigkeitsversicherung verwandt. Der Versicherungsschutz ist jedoch leider sehr viel schlechter und nicht ganz so umfangreich. Im Einzelfall kann ein Abschluss dieser besonderen Versicherung vor allem für Jugendliche, Auszubildende, Studenten, Hausfrauen oder Personen in bestimmten Risikoberufen, wie zum Beispiel Musiker oder Dachdecker, sinnvoll sein. Die Erwerbsunfähigkeitsversicherung leistet nicht, wenn noch ein Rest Arbeitsfähigkeit eine Erwerbsmöglichkeit auf dem Arbeitsmarkt bietet. Wenn nur geringe Einschränkungen und ohne besondere Härte für den Arbeitnehmer die Tätigkeit ausführbar ist, werden somit keine Gelder ausgezahlt. Auf jeden Fall muss abgeklärt werden, ob die berufliche Situation auch zur Erwerbsunfähigkeitsversicherung passt, oder ob besser die Berufsunfähigkeitsversicherung in Frage käme. Vorerkrankungen und Risikogruppen (Raucher), das Eintrittsalter bei Abschluss der Versicherung und die vereinbarte Vertragslaufzeit bestimmen die Höhe der zu zahlenden Beiträge. Für Schüler und Studenten ist es wichtig, eine Übernahme in eine spätere Berufsunfähigkeitsversicherung mit allen Modalitäten zu prüfen, weil sich mit Sicherheit die Lebenssituation nach der Ausbildung ändert.

Fallstricke bei der Erwerbsunfähigkeitsversicherung

Vor allem das Kleingedruckte sowie die allgemeinen Geschäftsbedingungen sind bei dieser Versicherung zu beachten. Das sogenannte Kleingedruckte gibt Aufschluss über die tatsächlich abgedeckten Fälle und eventuelle Einschränkungen, bei denen die Versicherung nicht greifen würde. Wer nur die Erwerbsunfähigkeitsversicherung möchte, sollte keine Berufsunfähigkeitsversicherung abschließen. Die ist teurer und kann unter Umständen auch abgewiesen werden. Nach einem Aufenthalt im Krankenhaus reicht es völlig aus, die letzten 10 Jahre anzugeben. Bei Arztbesuchen reichen fünf Jahre zurückliegend anzugeben. Außer bei HIV Infektionen! Fragen, welche im Vertrag auftauchen, die in etwa lauten „Sind Sie völlig gesund und arbeitsfähig?“ sind gesetzlich fragwürdig und sollten nicht beantwortet werden. Zu beachten ist unbedingt, dass bei einer Kündigung der Versicherung nur ganz minimale Rückkaufswerte angerechnet werden. Genauer gesagt minimal bis sogar keine Rückkaufswerte. Wahlweise können Einmalleistungen vergleichbar mit der Auszahlung bei Lebensversicherungen vereinbart werden, das ist jedoch auch nicht bei jeder Versicherung der Fall.

Das kostet die Erwerbsunfähigkeitsversicherung

Eine gute Erwerbsunfähigkeitsversicherung mit Risikolebensversicherung kann man schon für einen Betrag von ca. 350 Euro im Jahr abschließen. Je mehr Leistungen vereinbart werden, desto höher ist natürlich auch der zu zahlende Beitrag.

FAQ – Häufig gestellte Fragen

Ja, das ist bei einzelnen Versicherungsgesellschaften möglich (Bis zum 67. Lebensjahr).

Ja, das ist möglich, jedoch macht sich das wieder in den zu zahlenden Beiträgen bemerkbar, sodass es sich nicht empfiehlt.

Wie auch bei der Berufsunfähigkeitsversicherung muss man bei der Erwerbsunfähigkeitsversicherung eine Gesundheitsprüfung durchlaufen, damit das Risiko eingeschätzt werden kann. Die Prüfung erfolgt jedoch weniger umfangreich wie bei der BU.

Mit der Zahlung des ersten Beitrages beginnt der Versicherungsschutz. Abweichend können Sie aber mit sofortigem Schutz bis zu 5 Jahren Wartezeit (wenn Pflegebedürftigkeit mit abgesichert ist) rechnen.

Ja, unter sonstige Versicherungen können die Beiträge in der Steuererklärung mit angegeben werden. Das ist abhängig von den bereits ausgeschöpften Versicherungsbeiträgen und sollte vorher genauer geprüft werden.

Man sollte auf den Einzelfall schauen: Sofern Sie Mitarbeiter haben, an die Ihre Aufgaben im Zweifel delegiert werden können, zahlen die Versicherer genau aus diesem Grunde nicht, sofern der Fall der Erwerbsunfähigkeit eingetreten ist.

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