Familienversicherung

Versicherungen zum Schutz der Familie
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Das Wichtigste zusammengefasst

  • Wer gesetzlich krankenversichert ist, hat die Möglichkeit, Kinder und den Partner kostenfrei mitzuversichern – es zahlt jedoch nur eine Person
  • Mitversicherung des Partners ist möglich, sofern er nicht mehr als 405 Euro oder 450 Euro bei einem Minijob monatlich verdient; Er darf auch nicht hauptberuflich selbständig sein
  • Kinder können bis zum 23. Lebensjahr über die Familienversicherung beitragsfrei mit versichert sein, sofern sie noch nicht arbeiten. Während der Ausbildung liegt die Altersgrenze bei 25 Jahren.

Bei der Familienversicherung handelt es sich um eine Krankenversicherung für die ganze Familie. Diese greift zum Beispiel dann, wenn der Mann arbeiten geht, die Frau jedoch Zuhause bei den Kindern bleibt und sich um den Haushalt kümmert, was bedeutet, dass sie kein Geld verdient. Natürlich gilt sie auch dann, wenn die Mutter arbeiten geht und der Vater Zuhause bei den Kindern bleibt. So sind beide Elternteile und die Kinder automatisch mit familienversichert und zwar über die Krankenkasse des arbeitenden Elternteils, sodass auch hier sichergestellt werden kann, dass diese bei Krankheit stets zum Arzt oder ins Krankenhaus gehen können und alle Kosten von der zuständigen Krankenkasse gezahlt werden.

  • Familienversicherung versichert den Lebenspartner mit, wenn er keine Arbeit hat
  • Familienversicherung versichert die Kinder mit
  • bei der Familienversicherung entstehen keine weiteren Kosten
  • Übernahme der Kosten wie eine normale Krankenversicherung

Für wen ist die Familienversicherung relevant?

Die Familienversicherung ist für Familien relevant, bei denen ein Elternteil kein Geld verdient. So kann der Ehepartner sowie die Kinder kostenlos mit abgesichert werden und bekommen in diesem Fall alle üblichen Leistungen einer Krankenkasse geboten. Da in Deutschland eine Versicherungspflicht gilt, können Familien mit dieser besonderen Versicherung bares Geld sparen, denn hier zahlt nur einer, um die Versicherungsleistung für alle Familienmitglieder aufrecht zu erhalten. Sie gilt jedoch nicht nur dann, wenn ein Elternteil gar kein Einkommen hat, sondern bis zu einer Einkommensgrenze von 405 Euro. Zusätzlich ist nicht nur das Kleinkind mitversichert, sondern Kinder bis zum 23. Lebensjahr, jedoch nur unter den Voraussetzungen, dass diese sich in einer Schul- oder Berufsausbildung befinden.

Voraussetzungen für die Familienversicherung

Wenn Sie Familienmitglieder beitragsfrei mitversichern wollen, müssen Sie vorher noch genau prüfen, ob folgende Kriterien erfüllt werden. Wenn diese nicht erfüllt werden, muss sich der Partner selbst versichern.

  • Das betreffende Familienmitglied wohnt in Deutschland
  • Das Familienmitglied darf nicht selbst versicherungspflichtig sein und > 405 Euro / Monat verdienen (bei einem Minijob nicht mehr als 450 Euro)
  • Das Familienmitglied darf nicht hauptberuflich selbständig tätig sein
  • Das Familienmitglied darf nicht versicherungsfrei sein (z.B. als Beamter)

Leistungen der Familienversicherung

Die Familienversicherung kümmert sich darum, dass alle Familienmitglieder die gesetzliche Krankenversicherung genießen können und das auch dann, wenn nur ein Einkommen vorhanden ist. Wie bei einer normalen Krankenversicherung auch, sind die Leistungen zum größten Teil gesetzlich vorgeschrieben, sodass diese sich mit den Leistungen einer normalen Krankenversicherung decken. So haben alle Versicherungsnehmer einer Familienversicherung den Anspruch auf eine Krankenbehandlung sowie auf Rehabilitationsmaßnahmen und die Versorgung von benötigten Medikamenten. Natürlich ist darunter nicht nur der Besuch bei einem Allgemeinmediziner enthalten. Auch die zahnärztlichen Behandlungen sind in den Leistungen verankert, wobei jedoch Zahnersatz sowie besondere Behandlungen beim Zahnarzt extra versichert werden muss (Zahnzusatzversicherung). Die Prävention, also die Krankheitsverhütung sowie die Krankheitsfrüherkennung, wie zum Beispiel Krebsvorsorge, sind ebenfalls als gesetzlich vorgeschriebene Leistungen der Familienversicherung enthalten. Auch in Sachen Schwangerschaft gibt es besondere Leistungen, wie zum Beispiel die Übernahme der Kosten aller anfallenden Untersuchungen, die Kosten einer Geburt sowie für einen eventuellen Schwangerschaftsabbruch. Psychotherapeutische Behandlungen sowie die Versorgung durch Verbands-, Hilf- und Heilmittel sind ebenfalls enthalten und müssen durch die versicherten Personen nicht extra bezahlt werden.

Leistungen der Familienversicherung

Viele Krankenkassen bieten ihren Mitgliedern jedoch noch viele weitere Leistungen, welche es teilweise kostenlos gibt oder aber hinzu gebucht werden können. So sind manche Krankenkassen auch dazu bereit, alternative Heilmethoden zu bezahlen oder aber beim Zahnarzt einige Kosten zu übernehmen. Auch Kurse und Veranstaltungen zur Gesundheitsförderung sowie Kuren (Mutter-Kind-Kur) werden von zahlreichen Familienversicherungen bereitgestellt, um den Versicherungsnehmern entgegen zu kommen und sich von anderen Krankenkassen abzuheben und sich interessant zu machen.

  • Kostenübernahme unterschiedlicher Zahnbehandlungen
  • Kostenübernahme von Medikamenten
  • Kostenübernahme bei krankheitsbedingten Behandlungen
  • Kostenübernahme von Behandlungen zur Rehabilitation
  • Kostenübernahme bei gesetzlich vorgeschriebenen Untersuchungen bei Schwangerschaften
  • Kostenübernahme eines Schwangerschaftsabbruches
  • Kostenübernahme eventueller Kuren
  • zubuchbare Leistungen unterscheiden sich von Kasse zu Kasse

Gegenüber der PKV kann die Familienversicherung schon bei einem Kind deutlich günstiger sein und echte Einsparungen schaffen. Mitversicherte Familienmitglieder erhalten mit Ausnahme des Krankengeldes trotzdem volle Leistungen der Krankenkasse.

Das sollte man vor Vertragsabschluss wissen

Um eine Familienversicherung im vollen Umfang in Anspruch nehmen zu können, müssen einige Kriterien von den Versicherungsnehmern berücksichtigt werden, ohne die eine Familienversicherung nicht möglich ist. So ist es wichtig, dass die mitversicherte Person nicht über 405 Euro im Monat verdient. Darunter fallen ebenso die Minijobs mit 450 Euro bei geringfügiger Beschäftigung. Die Einkommensgrenze, welche bei der Familienversicherung gesetzt wird, sollte aus diesem Grund dringend im Auge behalten werden, da es ansonsten für betroffene Personen schnell teuer werden kann. Auch die Kinder dürfen nicht über ein Gesamteinkommen verfügen und werden bis zum 23. Lebensjahr mitversichert, solange sie sich in der Schul- oder Berufsausbildung befinden. Wenn es um die Leistungen der einzelnen Krankenversicherungen für die ganze Familie geht, ist es ratsam, die verschiedenen Versicherungsunternehmen miteinander zu vergleichen, um das für sich und die Familie beste Angebot herauszufiltern. Hierbei helfen auch Erfahrungsberichte anderer Versicherungsnehmer.

Kosten einer Familienversicherung

Die Kosten einer Familienversicherung ändern sich zu den Kosten einer normalen gesetzlichen Krankenversicherung nicht. Hierbei handelt es sich um eine kostenfreie Familienversicherung, welche neben dem geldverdienenden Hauptversicherer seinen Lebenspartner sowie die Kinder mitversichert, ohne dabei die Beiträge zu erhöhen. Die Kosten für die Versicherung werden in ganz Deutschland einheitlich bestimmt. So zahlen sowohl Arbeitgeber als auch der Arbeitnehmer einen gewissen Prozentsatz des Bruttoeinkommens als Krankenkassenbeitrag. Dieser liegt bei insgesamt 15,5 Prozent und wird aufgeteilt, sodass Arbeitnehmer 8,2 Prozent zahlen und Arbeitgeber 7,3 Prozent. Die Kosten für eventuelle Zusatzleistungen werden alleine von dem Versicherungsnehmer bezahlt und fallen unterschiedlich hoch aus.

Kosten einer Familienversicherung

So beantragen Sie eine Familienversicherung

Sie müssen die kostenfreie Mitversicherung der Familienmitglieder in der Familienversicherung direkt bei Ihrer Krankenkasse beantragen. Die Anträge dazu gibt es in der Regel auf der Website Ihrer Krankenkasse zum Download. In diesen Anträgen werden Angaben zur Versicherung des Partners, dem Einkommen und den Kindern abgefragt. Der Spitzenverband Bund der Krankenkassen (GKV) hat dazu einen einheitlichen Fragebogen entwickelt (siehe hier). Sie müssen dort auch Ihren Ehe-oder Lebenspartner mit angeben. Wichtig ist dazu die genaue Definition: Lebenspartner bezieht sich auf eine eingetragene gleichgeschlechtliche Lebensgemeinschaft. Das bedeutet, dass Familienversicherungen für Partner in einer eheähnlichen Gemeinschaft nicht möglich ist. Im Klartext: Wer nicht verheiratet ist, hat das Nachsehen.

Im Übrigen wird von den Krankenkassen regelmäßig überprüft, ob die Voraussetzungen für die Familienversicherungen immernoch erfüllt sind. Das machen sie unter anderem mit diesem Fragebogen.

FAQ – Häufig gestellte Fragen

Die Einkommensgrenze liegt bei 405 Euro im Monat, wozu auch die geringfügigen 450-Euro Jobs gehören. Auch ein einmaliges bzw. zeitlich begrenztes Einkommen zählt dazu, wie zum Beispiel Saisonarbeiten in einer Eisdiele.

Der Partner darf neben der Hürde der Einkommensgrenze kein Beamter sein, nicht hauptberuflich selbstständig und nicht privat versichert sein.

Den Ehepartner bzw. den Lebenspartner nach dem geltenden Lebenspartnerschaftsgesetz. Die eigenen Kinder sowie adoptierte Kinder, die Kinder der familienversicherten Kinder und Pflegekinder (Kinder bis maximal zu ihrem 25. Geburtstag.)

Ja, jedoch nur solange, bis sie 25 Jahre alt sind. Wichtig ist auch hier die Einkommensgrenze.

Bei der Familienversicherung handelt es sich um eine Gesetzliche Krankenversicherung. Für privat Versicherte gibt es diese Option leider nicht.

Kein Problem, auch Stiefkinder und Pflegekinder können mit in die Familienversicherung aufgenommen werden. Das gilt auch für Enkelkind, sofern diese bei Ihnen wohnen.

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