Pflegetagegeldversicherung

Pflegetagegeldversicherung
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Das Wichtigste zusammengefasst

  • Pflegetagegeldversicherung zahlt vorher fest vereinbarten Betrag pro Tag aus – abhängig von der Pflegestufe
  • Vertrabsabschluss für Menschen über 55 Jahren unvorteilhaft, da zu teuer
  • Alternative: Pflegekostenversicherung, die die tatsächlichen Kosten der Pflege auffängt, dafür das Geld nicht zur freien Verfügung ausstellt
  • Abschluss ist sinnvoll, aber Altersvorsorge, Familienabsicherung und Haftpflicht sind i.d.R. vorrangig wichtig

Leider kann es jeden treffen und schon ist man im Alltag auf die Pflege durch einen anderen Menschen angewiesen. Jetzt kann es für betroffene Personen schnell teuer werden, denn nicht jeder hat das Glück, von der eigenen Familie gepflegt werden zu können. Die Pflegetagegeldversicherung hat nun die Aufgabe, einen fest vereinbarten Geldbetrag für jeden Pflegetag zu bezahlen. Hierfür ist jedoch ein Nachweis für die Pflegebedürftigkeit des Versicherungsnehmers erforderlich. Anschließend wird das Geld ausgezahlt und zwar ganz unabhängig von den anfallenden Belastungen, welche durch die Pflege entstehen. So handelt es sich bei der Pflegetagegeldversicherung um eine private Pflegezusatzversicherung, die freiwillig bei allen privaten Krankenversicherungen abgeschlossen werden kann. Jedoch handelt es sich dabei um einen Risikotarif, der keinen Sparanteil beinhaltet. Es kann damit keine Einmalzahlung vereinbart werden, bedeutet: Wenn der Pflegefall nicht eintritt, ist das Geld weg.

Für wen ist die Pflegetagegeldversicherung relevant?

Da jeder Mensch zum Pflegefall werden kann und die Pflege in der Zukunft immer teurer wird, ist eine Pflegetagegeldversicherung für jeden sinnvoll. Jedoch raten Experten dazu, diese bis zu einem Alter von 55 Jahren abzuschließen. Auch schwerwiegende Krankheiten sollten bei dem Abschluss noch nicht vorhanden sein. Wichtig ist es, dass die Beiträge stets gezahlt werden können, welche sich an vielen Faktoren orientieren. Können die Beiträge mal nicht gezahlt werden, kann es nämlich passieren, dass der Schutz erlischt und die bereits gezahlten Beiträge weg sind. Schließt man die Pflegetagegeldversicherung jedoch früh genug ab, so kann sich jeder hervorragend für eine finanzielle Unterstützung im Falle der benötigten Pflege schützen und sich sicher sein, dass man sich diese Pflege auch finanziell leisten kann.

Überlegen Sie sich gut, ob Sie das Geld auch langfristig einzahlen können. Sollten Sie die Versicherung vorzeitig kündigen, verlieren Sie den kompletten Anspruch und bekommen keine Erstattung. Deshalb raten wir, nicht zu früh und nicht zu spät diese Versicherung abzuschließen.

Leistungen einer Pflegetagegeldversicherung im Detail

Während viele Menschen der Meinung sind, dass die soziale Pflegeversicherung für die Kosten im Pflegefall aufkommt, begreifen immer mehr Personen, dass dies leider nicht der Fall ist. Die bittere Wahrheit liegt in der Tatsache, dass die soziale Pflegeversicherung bzw. die gesetzliche Pflegeversicherung im Durchschnitt gerade mal nur knapp die Hälfte der zu zahlenden Kosten abdeckt. Pflegeheime und Pflegedienste sind jedoch sehr kostspielig, sodass schnell der finanzielle Ruin vor der Tür steht oder aber die eigenen Kinder zur Kasse gebeten werden. So kann eine Pflegeeinrichtung für eine pflegebedürftige Person mit Pflegestufe 3 schnell mehr als 3.000 Euro kosten. Die Kosten, welche von der gesetzlichen Pflegeversicherung übernommen werden, liegen im Durchschnitt jedoch bei geringen 1.550 Euro. Sobald die Pflegebedürftigkeit nachgewiesen werden kann, kommt die Pflegetagegeldversicherung ins Spiel. Hierbei wird pro Pflegetag ein im Voraus vereinbarter Betrag ausgezahlt. Diese Summe bekommt der Versicherungsnehmer komplett zur freien Verfügung, sodass das Geld auch dann, wenn man günstiger oder kostenlos von den Kindern oder Ehegatten gepflegt werden kann, darüber verfügt. Die Beträge sind allerdings nicht von den tatsächlichen Kosten, die durch die Pflege entstehen, abhängig. Die ausgezahlten Gelder liegen im Durchschnitt zwischen 30 und 80 Euro am Tag. Der Höchstsatz wird jedoch nur im Falle des Eintritts der Pflegestufe III ausgezahlt, das trifft zumindest auf die Pflege zu Hause zu. So erhalten Versicherungsnehmer, die zu Hause gepflegt werden, bei einem Tarif von 45 Euro am Tag bei der Pflegestufe I im Durchschnitt 338 Euro im Monat und erst bei Stufe III die 1.350 Euro. Viele Tarife sehen für die Heimpflege ein größeres Tagesgeld vor. Ansonsten spielt es jedoch keine Rolle, um welche Art von Pflege es sich handelt oder wer die Pflege übernimmt.

  • zahlt einen festen Tagestarif, welcher im Vorfeld festgelegt wurde
  • richtet sich nach den einzelnen Pflegestufen
  • zahlt Gelder unabhängig von den anfallenden Pflegekosten
  • Zahlungen der Gelder direkt nach dem Nachweis über die Pflegebedürftigkeit
  • Geld steht Versicherungsnehmern zur freien Verfügung

Pflegetagegeld oder Pflegekostentarif?

Neben der Pflegetagegeldversicherung gibt es auch noch die Möglichkeit, eine Pflegekostenversicherung abzuschließen. Im Gegensatz zum Pflegetagegeld erhält man hier eine Kostenerstattung der anfallenden Pflegekosten. Vorteil der Pflegetagegeldversicherung: Man bekommt das Geld zur freien Verfügung und ist somit flexibler. Sie können dann immernoch entscheiden wie und wo Sie gepflegt werden. Mit dem Pflegekostentarif kann man jedoch auch höhere Kosten absichern – niemand weiß letztendlich, wie teuer die Pflege in 40 Jahren sein wird.

Das sollte man vor dem Abschluss der Versicherung wissen

Wer eine Pflegetagegeldversicherung abschließen möchte, der sollte sich die Verträge stets bis in das kleinste Detail durchlesen. So werden die vollen Leistungen bei den Versicherungen erst bei der Pflegestufe III ausgezahlt, sodass bei der Pflegestufe I und der Pflegestufe II geringere Beträge auf das Konto des Versicherungsnehmers überwiesen werden. Heutzutage ist es jedoch leider der Fall, dass Patienten kaum noch die Pflegestufe III verschrieben bekommen. Aus diesem Grund ist es wichtig, die Beträge selbst festzulegen. So ist es bei einigen Versicherungen ebenfalls möglich, dass die vollen Leistungen auch bei geringeren Pflegestufen ausgezahlt werden, dies muss jedoch extra hinzugebucht werden, sodass es auch einen Einfluss auf die zu zahlenden Beiträge haben wird.

Wichtig ist es ebenfalls, dass im Vertag ein europaweiter Leistungsbezug festgehalten wird, sodass die Leistungen auch dann ausgezahlt werden, wenn man außerhalb von Deutschland einen Wohnsitz hat.

Des Weiteren ist es ratsam, dass die Demenz mit in den Vertrag aufgenommen wird, da sich hierbei noch keine Pflegestufe beantragen lässt, die Pflege jedoch in den meisten Fällen zwingend erforderlich ist.

Bei dieser Versicherung sind auch Wartezeiten nach Abschluss üblich, in denen die Versicherung noch kein Geld auszahlt.

Das kostet eine Pflegetagegeldversicherung

Die Kosten einer Pflegetagegeldversicherung sind sehr unterschiedlich und hängen vor allem vom Eintrittsalter der zu versichernden Person, seinem gesundheitlichen Zustand sowie von den Beiträgen, welche im Pflegefall ausgezahlt werden sollen ab. Die Beiträge beginnen bereits bei 45 Euro im Monat und reichen bis zu 80 Euro im Monat für einen echten Allroundtarif.

Kosten einer Pflegetagegeldversicherung

Frauen zahlen übrigens häufiger etwas höhere Beiträge als gleichaltrige Männer. Warum? Weil sie eine höhere Lebenserwartung haben und statistisch gesehen mehr kosten.

FAQ – Häufig gestellte Fragen

Wichtig ist es, die Pflegetagegeldversicherung möglichst früh abzuschließen, damit die zu zahlenden Beiträge gering gehalten werden. So liegen im jungen Alter auch noch keine Krankheiten vor, die die zu zahlenden Beiträge negativ beeinflussen können. Experten sind sich sicher, dass der Eintritt, wenn möglich, vor dem 55 Lebensjahr getätigt werden sollte. Ideal ist ein Beitritt ab 40.

Die Pflege im Alter ist sehr kostspielig, sodass es kein Wunder ist, dass oftmals die eigenen Ersparnisse nicht reichen. Da sie gesetzliche Pflegeversicherung nur ca. die Hälfte der Kosten trägt, würden in diesem Fall die Kinder oder Verwandten zur Kasse gebeten werden. Die Pflegetagegeldversicherung zahlt daher einen festen Tagessatz aus, um den Versicherungsnehmer finanziell abzusichern.

Der Versicherer prüft das Risiko bei Vertragsabschluss genau. Sollten schwerwiegende Vorerkrankungen vorliegen, behält er sich auch das Recht vor, den Vertrag mit Ihnen nicht abzuschließen.

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