Feuerversicherung

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Das Wichtigste zusammengefasst

  • Als Mieter sichert man sich mit einer Hausratversicherung schon ausreichend ab
  • Immobilienbesitzer müssen den Feuerschutz durch eine Wohngebäudeversicherung mit abschließen
  • Wichtig: Unterversicherung vermeiden!

Ein Feuer ist immer wieder eine große Katastrophe für alle Beteiligten. Selbst wenn der Brand noch einmal glimpflich und ohne Verletzte abgegangen ist, so stehen die Betroffenen doch zumeist vor dem absoluten Nichts. Häufig sind die Möbel zerstört, elektronische Geräte bis zur Unkenntlichkeit zerschmolzen und die Kleidung nur noch ein qualmender Haufen Asche. Verloren sind häufig auch wichtige persönliche Unterlagen, Computerdaten oder gar die Erinnerungen an ein ganzes Leben.

Aber selbst mit dem Verlust von Bildern, Büchern und anderer uns ans Herz gewachsener Dinge ist der Schaden noch nicht komplett. Auch bei kleineren Bränden sind die Schäden durch Feuer, Löschwasser und Rauchgase oft so zerstörerisch, dass die betroffene Immobilie danach zumindest zeitweise nicht mehr bewohnbar ist.

Brände in Unternehmen fallen dagegen häufig noch wesentlich dramatischer aus. Großflächige Verschmutzung oder Verseuchung ganzer Landstriche durch austretende Chemikalien, Löschwasser und giftige Brandgase verursachen schnell Schäden in Millionen- oder gar Milliardenhöhe. Dabei stehen auch immer wieder viele Arbeitsplätze, und damit auch die Existenz der Mitarbeiter, auf dem Spiel.

Eine solch einschneidende Katastrophe lässt sich viel besser überstehen, wenn die Schadenshaftung zumindest finanziell abgesichert ist. Ohne eine entsprechende Feuerversicherung bedeutet ein Brand in den allermeisten Fällen den vollständigen Ruin. Damit nicht eine Katastrophe zur anderen hinzukommt, zeigen wir Ihnen hier auf, was Sie bei einer Feuerversicherung beachten sollten.

Für wen ist die Feuerversicherung relevant?

Grundsätzlich unterscheiden die Versicherer zwischen dem Privatkundengeschäft und dem gewerblich industriellen Bereich. Während der Mieter einer Wohnung mit der Hausratversicherung das Inventar seiner Wohnung schon ausreichend absichert, ist für den Immobilienbesitzer eine Wohngebäudeversicherung unumgänglich. Sie enthält auch den Versicherungsschutz gegen Feuer. Versichert sind so Gebäude, Garagen und andere Nebengebäude auf dem Grundstück. Auch fest in das Gebäude verbaute Gegenstände wie Tresore, Einbauschränke, Küchen und Heizungen sind so mitversichert. Prinzipiell werden für Privatkunden keine einzelnen Feuerversicherungen angeboten, sie sind stets Teil von umfassenderen Wohngebäudeversicherungen.

Für die Feuerversicherung im gewerblichen und industriellen Bereich gelten dagegen die Allgemeinen Bedingungen für die Feuerversicherung (AFB), die vom Gesamtverband der Versicherungswirtschaft herausgegebenen werden. Im Allgemeinen umfassen Feuerversicherungen die Absicherung bei:

  • Brand
  • Blitzschlag
  • Explosion (gegebenenfalls auch Implosion)

International spricht man hier deshalb auch in der Fachsprache von den sogenannten FLEXA-Gefahren (Fire, Lightning, Explosion, Aircraft). Lassen Sie uns an dieser Stelle zunächst einen Blick auf die für Versicherungen so wichtigen Formulierungen werfen, denn hier lauern bereits die ersten Fallstricke. Der Gesamtverband der Versicherungswirtschaft definiert in seinem Allgemeinen Bedingungen für die Feuerversicherung (AFB) folgendes:

Schäden durch Feuer

Ein Brand (Fire) ist ein Feuer, das ohne einen bestimmungsgemäßen Herd entstanden ist oder ihn verlassen hat und das sich aus eigener Kraft auszubreiten vermag. Dabei geht man im Allgemeinen davon aus, dass ein Feuer nach herrschender Meinung nur brennen kann, wenn ein Brennstoff, ein Oxidationsmittel wie Sauerstoff und eine Zündquelle vorhanden sind. Ohne diese 3 Faktoren kann kein Feuer brennen. Doch gerade in der Industrie gibt es aber zahlreiche Gefahren, die eine Brandgefahr auch ohne diese drei Komponenten entstehen lassen. So kennt man in der Industrie durchaus Brandgefahr durch Stoffe,

  • die in Berührung mit Wasser entzündliche Gase bilden
  • durch selbstentzündliche Stoffe
  • durch selbstzersetzliche Stoffe und desensibilisierte explosive Stoffe
  • durch entzündend wirkende Stoffe
  • durch organische Peroxide (verbrennen ohne Luftzufuhr weil das Feuer den benötigten Sauerstoff aus mittels Oxidation aus der Chemikalie ziehen kann
  • oder durch radioaktive Stoffe

Für den Umgang mit diesen Soffen sind häufig zahlreiche Sonderklauseln in der Feuerversicherung zu berücksichtigen.

Schäden durch Blitzschlag

Blitzschlag (Lightning) ist der unmittelbare Übergang eines Blitzes auf Sachen. Überspannungs- oder Kurzschlussschäden an elektrischen Einrichtungen und Geräten sind nur dann versichert, wenn an Sachen auf dem Grundstück, auf dem der Versicherungsort liegt, durch Blitzschlag Schäden anderer Art entstanden sind. Spuren eines Blitzschlags am Grundstück, an dort befindlichen Antennen oder anderen Sachen als elektrischen Einrichtungen und Geräten stehen Schäden anderer Art gleich.

Schäden durch Explosion

Die Explosion ist eine auf dem Ausdehnungsbestreben von Gasen oder Dämpfen beruhende, plötzlich verlaufende Kraftäußerung. Eine Explosion eines Behälters (Kessel, Rohrleitung usw.) liegt nur vor, wenn seine Wandung in einem solchen Umfang zerrissen wird, dass ein plötzlicher Ausgleich des Druckunterschieds innerhalb und außerhalb des Behälters stattfindet. Wird im Innern eines Behälters eine Explosion durch chemische Umsetzung hervorgerufen, so ist ein Zerreißen seiner Wandung nicht erforderlich. Schäden durch Unterdruck (Implosion) sind dabei nicht automatisch mitversichert.

Kosten der Feuerversicherung

Der Prämiensatz für eine Feuerversicherung wird in der Industrieversicherung durch eine sogenannte Tarifierung ermittelt. Diese erfolgt zumeist im Rahmen einer Brandschutzbesichtigung. Für die Kalkulation sind dabei die Betriebsart, der bauliche Brandschutz (zum Beispiel Brandwände) und der abwehrende Brandschutz (zum Beispiel Sprinkleranlagen) ganz wesentliche Faktoren. Der Gesamtverband der deutschen Versicherungswirtschaft hat dazu eine Reihe von Tarifbüchern herausgegeben, die gute Orientierung bieten.

Kosten einer Feuerversicherung

Vermeiden Sie unbedingt eine Unterversicherung, nur um monatliche Kosten zu sparen. Im Fall eines Totalverlusts erhalten Sie ansonsten nicht genügend Geld, um Ihr Haus wieder aufbauen zu können. Bei der Versicherungssumme sollten auch Nebengebäude, Garagen oder Anbauten bedacht sein.

Grenzen der Haftung

Im Vergleich zu den Risiken im privaten Bereich liegt die Brandgefahr in Handel und Industrie häufig ungleich höher. Das betrifft auch die Höhe der Sachschäden. Aus diesem Grund sind die meisten Feuerversicherungen mit besonderen Auflagen für den betrieblichen Brandschutz verbunden. Werden diese Vorgaben nicht eingehalten, kann der Versicherer im Schadenfall von der Leistung befreit werden oder zur Kürzung berechtigt sein. Die entsprechenden Vorschriften finden Sie in den einzelvertraglichen Vereinbarungen  oder im Versicherungsvertragsgesetz.

Basierend auf den Zahlen des Statistischen Bundesamtes sind rund 30 Prozent aller gewerblichen und industriellen Brandfälle auf defekte elektrische Anlagen zurückzuführen.

Dabei gehen die Ansprüche der Versicherer an die Sicherheit im Unternehmen je nach Gefahreneinstufung teilweise auch über die berufsgenossenschaftlichen Prüfungsvorschriften aus der BGV A3 hinaus. So verlangen Versicherer oftmals zusätzliche technische Überprüfungen durch anerkannte VdS-Sachverständige. Diese deutlich weitergehenden Prüfverfahren decken häufig versteckte Gefahrenquellen auf. Die Erfüllung der so erweiterten Brandschutzauflagen kann unter Umständen mit sehr hohen Kosten verbunden sein. Aus diesem Grund vermeiden zahlreiche Unternehmen solche durch den VdS zertifizierte Revisionen. Auch hier wird der Versicherungsschutz massiv gefährdet.

Gefahrenpotenziale richtig einschätzen

Durch zusätzliche Klauseln lassen sich Feuerversicherungen auf eine Vielzahl von weiteren Gefährdungen ausweiten. Hier lauern zahlreiche Stolpersteine und eine genaue Analyse kann viel Geld sparen. Grundlegend ist schon zu Beginn die Frage, ob Sie Elementarschäden mitversichern möchten. Elementarschäden sind Zerstörungen, die durch Erdbeben, Erdsenkungen, Erdrutsche Schneedruck oder Lawinen oder durch Kometeneinschlag verursacht werden können. In diesem Zusammenhang müssen wir uns auch den Begriff des Probable Maximum Loss (PML) ansehen. Der PML gibt den möglichen Höchstschaden bei einem Brandereignis an, wenn alle abwehrenden Brandschutzmaßnahmen wie Sprinkleranlagen und andere Brandschutzmaßnahmen versagen sollten. Die hier ermittelte Höhe des möglichen Höchstschadens steht im direkten Zusammenhang mit der Zeichnungsbereitschaft der Versicherer. Der Ausdruck Zeichnungsbereitschaft bezeichnet hier die Konditionen, zu denen der Versicherer bereit ist die Feuerversicherung abzuschließen, zu unterzeichnen. Wie schon unter dem Punkt „Grenzen der Haftung“ beschrieben, helfen Revisionen durch Sachverständige der VdS Schadenverhütung GmbH dabei, nachhaltig dabei die Gefahren für das Unternehmen, für die Umwelt und die Menschen zu minimieren. Denn nur so können Sie sicher sein, dass die Feuerversicherung auch dann für Sie da ist, wenn es nötig ist.

FAQ – Häufig gestellte Fragen

Die Feuerversicherung übernimmt auch den Feuerwehreinsatz, sofern im Vertrag die Übernahme sekundärer Schäden verankert ist. Dazu zählen zum Beispiel Kosten für den Feuerwehreinsatz oder durch Löschwasser verursachte weitere Schäden.

Eine separate Feuerversicherung ist eigentlich nur noch im gewerblichen Bereich üblich. Privathaushalte nutzen hierfür in der Regel den Zusatz in der Wohngebäudeversicherung.

Gewerbetreibende können die Versicherungsprämie in der Regel als Betriebsausgaben steuerlich geltend machen.

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